Gesundheit
Das Magazin der Bertelsmann BKK
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Umfrage: Gesundheit und intaktes
Elternhaus machen glücklich
,,Hallo Baby" niedrigere Frühgeburtenrate
bei BKK-Versicherten
fit for life: Früherkennung nutzen
Darmkrebs vermeiden
02
TV-Tipp
,,vivo"
samstags um 17.30 Uhr auf 3sat
Moderation: Annabelle Mandeng und
Gregor Steinbrenner
,,vivo" ist ein 30-minütiges Service-
magazin auf 3sat, das in die Lebens-
welten der ,,aktiven Mitte" eintaucht:
offen, warm und natürlich in der At-
mosphäre und mit großem Interesse
an den Menschen, für die das Magazin
gemacht ist. ,,vivo" (lat. ,,ich lebe")
der Name ist Programm: ,,vivo" ist ein
Magazin für Menschen, die gerne und
gerne gut leben, die mehr über die
Welt und das Leben wissen möchten,
die aktiv und verantwortungsbewusst
ihr Leben gestalten und empfänglich
für Anregungen und neue Ideen sind.
Umwelt
Neue Richtlinie der EU
Quecksilberhaltige Fieberthermo-
meter zieht die EU künftig zum Schutz
von Mensch, Tier und Umwelt aus
dem Verkehr. Mögliche Alternativen
sind Glasthermometer mit einer Gal-
lium-Indium-Zinn-Mischung, digitale
Kontaktthermometer und batteriebe-
triebene Infrarot-Thermometer (Ohr-
und Stirnthermometer).
Auch Barometer und Blutdruckmess-
geräte dürfen künftig kein Quecksilber
mehr enthalten. Die neue Richtlinie
muss innerhalb von 18 Monaten umge-
setzt werden. Das Verbot gilt allerdings
nur für den Verkauf neuer Messinstru-
mente und nicht für Geräte, die bereits
in Gebrauch sind.
Rat
Die Nummer gegen Kummer
Der Verein Nummer gegen Kummer
e. V. bietet neben dem Kinder- und
Jugend telefon seit nunmehr 6 Jahren
auch allen Erwachsenen Unterstützung
bei der Erziehung von Kindern und Ju-
gendlichen an. Beides sind Angebote
mit dem Ziel, präventiv zu wirken.
Das Elterntelefon ist eine bundes-
weit kostenlose Einrichtung, die leider
noch nicht so bekannt ist, wie es si-
cherlich notwendig wäre. Es ist unter
der einheitlichen Telefon-Nr. 08 00/
111 0 550 bundesweit zu erreichen.
Die Beratungszeiten sind:
Montag und Mittwoch: 911 Uhr
Dienstag und Donnerstag: 1719 Uhr
Die kostenfreie Nummer des Kin-
der- und Jugendtelefons lautet
08 00/111 0 333.
Beratungszeiten:
Montag bis Freitag: 1519 Uhr
Weitere Infos finden Sie im Internet
unter www.nummergegenkummer.de
und www.elterntelefon.org sowie per
E-Mail an info@nummergegenkummer.de.
Kino-Tipp
Vom Junkie zum Ironman
Andreas Niedrig ist 12 Jahre alt,
als er zum ersten Mal Haschisch
raucht. 10 Jahre später ist er hero-
insüchtig. Seine Frau verlässt ihn
mit dem gemeinsamen Kind. Mit
unvorstellbarer Willenskraft gelingt
es ihm, sein Leben von Grund auf
zu ändern. Gegen alle Widerstände
wird er zu einem der weltbesten
Triathleten.
Die Verfilmung der Lebensge-
schichte von Andreas Niedrig läuft
ab März 2008 in den Kinos an. Das
Buch zum Film ist im Heyne Verlag
erschienen.
www.laufumdeinleben.kinowelt.de
Entspannen und
neue Kräfte sammeln
F
ot
o: Ar
c
hiv
03
Inhalt
Versorgung
Fragen und Antworten zum Thema
Arzneimittel-Rabattverträge
04
Umfrage
Gesundheit und intaktes Elternhaus
machen glücklich
06
Prävention
Niedrigere Frühgeburtenrate bei
BKK-Versicherten
07
BabyCare gesunde Schwangerschaft
08
fit for life
Früherkennung nutzen Darmkrebs
vermeiden
10
Hausarztmodell
Der Hausarzt als Lotse
11
Kurzmeldungen
Neue Studie belegt:
Wer sich bewegt, lebt länger
12
Lebenshilfe online:
Themen im Expertenchat
12
Beratung über Früherkennung
von Gebärmutterhalskrebs
13
GZSZ gegen Drogen
14
Jobstarter 2008
15
Leben
Krebs Hoffnungsbericht einer
Überlebenden
16
Aktuell
Noroviren: Kein Grund zur Panik
18
Familie
Immer mehr zuckerkranke Kinder
20
Ratgeber
22
Gewinn-Rätsel
23
Liebe Leserin-
nen und Leser,
haben Sie auch den
Frühling herbeigesehnt? Auch wenn wir ja wieder keinen richtigen
Winter hatten? Aber dennoch haben wir uns auf hellere Tage mit mehr
Sonnenstunden und einer erwachenden Natur gefreut. Nun macht es
wieder richtig Spaß, draußen zu sein. Körper und Geist brauchen ganz
einfach Bewegung, um gesund und munter zu bleiben. Unsere Kinder
machen es uns vor, den Kleinen ist es egal, ob es regnet oder stürmt.
Sie wollen ihren Bewegungsdrang ausleben. Lassen wir uns von den
Kindern in unserem Umfeld anstecken.
Denn Bewegung hält jung, das hat eine große US-Studie aktuell bewie-
sen. Keine teuren Wundermittelchen sind es, die bei einer Vergleichs-
gruppe einen verlangsamten Alterungsprozess bewirkt haben. Es ist der
aktive Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung. Biologisch gesehen war
die im Schnitt 49 Jahre alte aktive Gruppe 10 Jahre jünger als die passive
Gruppe. Die Aktiven hatten also den Fitnesszustand eines 40-Jährigen
halten können. Zudem haben sie auch ihr Risiko, an Krebs, Diabetes
oder Herz-Kreislauf-Krankheiten zu erkranken, verringert. Hinsichtlich
einer länger werdenden Lebensarbeitszeit ist dies ein unschätzbarer
Gewinn für den einzelnen, der länger erwerbsfähig bleibt. Aber auch
für unsere Gesellschaft, der Krankheitskosten erspart bleiben.
Neben einem bewegten Lebensstil können Sie noch viel mehr für sich
tun: Wir bieten Ihnen bereits ab 30 Jahren einen kostenlosen Darm-
krebsfrüherkennungstest. Denn früh erkannt heißt hier Gefahr gebannt.
Oder halten Sie Ihren Impfschutz aktuell. Besonders die Älteren versäu-
men nach unseren Erfahrungen notwendige Auffrischimpfungen, z. B.
für Tetanus und Diphtherie nach 10 Jahren. Nehmen Sie doch einfach
Ihren Impfpass mit beim nächsten Arztbesuch und lassen ihn prüfen.
Und nutzen Sie unsere Online-Gesundheitsakte mit automatischer Erin-
nerung. Dann verpassen Sie zukünftig weder Vorsorgeuntersuchungen
noch Auffrischimpfungen.
Bleiben Sie gesund, bleiben Sie in Bewegung
Ihre
Wolfgang Diembeck
Thomas Johannwille
Vorstand Bertelsmann BKK
04 Versorgung
Fragen und Antworten
zum Thema Arzneimittel-
Rabattverträge
Im Interesse der Versicherten
Was sind Rabattverträge?
Warum werden sie geschlossen?
Seit April 2007 sollen Krankenkassen
nach dem Willen des Gesetzgebers mit
Pharmaherstellern (pharmazeutischen
Unternehmern) Direktverträge über
die Versorgung ihrer Versicherten mit
Arzneimitteln schließen und so Wett-
bewerbsvorteile gegenüber Mitbewer-
bern nutzen. Die Idee dabei: Da Kran-
kenkassen als Großkunden auftreten
können, müsste es ihnen gelingen, im
Interesse ihrer Versicherten eine qua-
litativ hochwertige und zugleich preis-
werte Versorgung auszuhandeln. Die
Möglichkeit, Direktverträge zur Arznei-
mittelversorgung abzuschließen, haben
Krankenkassen bereits seit 2003 neu
ist hingegen, dass Apotheken bei
der Arzneimittelabgabe bestehende
Verträge der Krankenkassen vorrangig
berücksichtigen müssen.
Was ändert sich in der Apotheke?
Seit dem 1. April 2007 haben wir
folgende Situation: Löst ein Versicherter
ein Rezept ein, muss der Apotheker
bei der Abgabe des Arzneimittels
beachten, ob die Krankenkasse des
Versicherten Rabattverträge über die
für den Versicherten verordneten Wirk-
stoffe geschlossen hat. Ist dem so,
ist die Apotheke verpflichtet, nur Arz-
neimittel von jenen pharmazeutischen
Unternehmen abzugeben, mit denen
die Kasse des Versicherten Rabattver-
träge abgeschlossen hat. Einzige Aus-
nahme: Der Arzt hat einen Austausch
in der Apotheke aus therapeutischen
Gründen auf dem Rezept ausdrücklich
ausgeschlossen; hierfür muss der Arzt
direkt auf dem Rezept das ,,Aut Idem"-
Feld vor der Rezeptzeile ankreuzen.
Um welche Arzneimittel geht es?
Rabattverträge betreffen in der Re-
gel häufig verschriebene Arzneimittel,
zum Beispiel Mittel gegen Herz-Kreis-
lauf-Störungen, Bluthochdruck oder
Diabetes. Es handelt sich dabei meist
um Generika, sogenannte Nachahmer-
produkte, die auf dem Markt angeboten
werden, sobald der Patentschutz eines
Originalpräparats abgelaufen ist. In sel-
tenen Fällen unterliegen auch patent-
geschützte Wirkstoffe Rabattverträgen
der Krankenkassen.
Muss man Qualitätseinbußen be-
fürchten?
Nein, natürlich nicht. Die pharma-
zeutische und pharmakotherapeu-
tische Qualität ist oberstes Gebot.
Arzneimittel, die Versicherte aufgrund
von Rabattverträgen bekommen, ent-
halten genau den gleichen Wirkstoff
in der gleichen Wirkstärke wie das
Arzneimittel, das der Arzt verordnet hat.
Weiterhin müssen die Packungsgröße,
die Darreichungsform und der Indikati-
onsbereich (Krankheitsbild), für den das
Arzneimittel zugelassen ist, gleich sein.
Das Produkt stammt nur von einem
anderen pharmazeutischen Unterneh-
men und kann daher anders aussehen,
zum Beispiel können sich Farbe und
Form der durch die Apotheke ausge-
händigten Arzneimittel von denen der
bisher angewendeten Medikamente
unterscheiden.
Was bringen Rabattverträge den
Versicherten?
Die Versicherten profitieren in den
allermeisten Fällen von den günstigen
Preisen der Arzneimittel. In der Regel
werden durch Rabattvereinbarungen
auch verstärkt Arzneimittel durch Apo-
theken abgegeben, für die der Versi-
cherte keine Zuzahlung zu leisten hat.
Das Geld, das die Krankenkassen mit-
hilfe der Rabattverträge sparen, steht
dann an anderer Stelle zum Beispiel
bei der medizinischen Versorgung zur
Verfügung.
Die Möglichkeit, Direktverträge zur Arzneimittelversorgung abzuschließen, haben Krankenkassen bereits seit 2003.
Im April letzten Jahres kam das Thema ,,Rabattverträge" erneut auf den Tisch des Gesetzgebers. Der folgende Bei-
trag gibt Aufschluss über die Neuerungen bei den Arzneimittel-Rabattverträgen und erläutert deren Vorteile. Tatsa-
che ist auf jeden Fall: Die Direktverträge, die zwischen den Krankenkassen und den Pharmaherstellern geschlossen
werden, helfen den Krankenkassen unter anderem, ihre ständig steigenden Kosten in den Griff zu bekommen. Im
Fokus der Neuerungen steht jedoch der Versicherte. Hier gilt: Qualität ist oberstes Gebot!
05
Versorgung
Wie werden die Apotheken infor-
miert?
Die Apotheken erhalten die Infor-
mationen, welche Krankenkassen mit
welchen Herstellern Rabattverträge
abgeschlossen haben, automatisch mit
dem Update ihrer Apothekensoftware.
In der Regel zweimal im Monat. Per
Knopfdruck können die Apotheker dann
im Computer sehen, welche Rabatt-
verträge für welche Kasse existieren
und welche Präparate sie abgeben
müssen.
Was passiert, wenn das Arzneimittel
nicht vorhanden ist?
Sollte ein Arzneimittel tatsächlich in
der Apotheke nicht vorhanden sein,
wird der Apotheker versuchen, das
Arzneimittel so schnell wie möglich in
der Regel noch am gleichen Tag zu be-
sorgen. Ist das nicht möglich, bekommt
der Patient ein anderes wirkstoffglei-
ches, rabattiertes oder das verordnete
Mittel anderswoher. Die Kosten dafür
trägt die Krankenkasse. Denn die Quali-
tät der medizinischen Versorgung steht
an oberster Stelle.
Welche Vorteile bieten Rabattver-
träge den Krankenkassen?
Mithilfe der Rabattverträge erhalten
die Krankenkassen ein zusätzliches
Instrument, um die stetig steigenden
Kosten für Arzneimittel in den Griff zu
bekommen. Indem die Kasse Verträge
nur mit ausgewählten pharmazeuti-
schen Unternehmen eingeht, erhält sie
die Arzneimittel des Vertragspartners
kostengünstiger als andere. Gelingt es,
die Arzneimittelversorgung günstiger zu
gestalten, steht mehr Geld für andere
Bereiche der medizinischen Versorgung
der Versicherten zur Verfügung.
Wie viele Verträge existieren derzeit
und wie sehen sie inhaltlich aus?
Bis Anfang November haben alle
gesetzlichen Krankenkassen insge-
samt rund 1.750 Verträge gemeldet.
Diese umfassen fast 21.400 Produkte
(Pharmazentralnummern). Fast die
Hälfte davon ist für die Versicherten
zuzahlungsfrei. Wer Vertragsdetails
wissen will, fragt am besten bei seiner
Krankenkasse nach.
Welche Art von Verträgen gibt es?
Grundsätzlich gibt es verschiedene
inhaltliche Ausrichtungen der Verträge:
Entweder die Kasse schließt einen Ver-
trag über das gesamte Produktangebot
eines pharmazeutischen Unterneh-
mens ab (sogenannter Portfolio-Vertrag)
oder aber sie konzentriert sich auf be-
stimmte Wirkstoffe oder Arzneimittel.
Eine Krankenkasse kann mit mehreren
Herstellern Rabattverträge schließen,
um das Risiko von Lieferengpässen zu
minimieren.
Ihre Fragen zum Thema Rabattver-
träge beantwortet gerne auch Ihre
Betriebskrankenkasse.
© BKK Bundesverband
Neu: Apotheken müssen bei der Arz-
neimittelausgabe bestehende Verträge
der Krankenkassen mit Pharmaher-
stellern vorrangig berücksichtigen.
Rabattverträge mit hoher Versorgungsqualität
,,Rabattverträge sind ein wichtiges Mittel gegen die Jahr für Jahr steigenden
Arzneimittelausgaben. Wir sehen aber auch, dass sie bei vielen anderen nam-
haften Krankenkassen zu einer Verunsicherung der Kunden geführt haben.
Denn die gewohnten Arzneimittel wurden zum Teil durch wirkstoffgleiche
Arzneimittel von Nischenanbietern ersetzt, die in den Apotheken oft nicht ver-
fügbar oder ganz unbekannt waren und erst bestellt
werden mussten. Das wollen wir unseren Kunden
nicht zumuten. Zusammen mit einer Reihe innova-
tiver Betriebskrankenkassen arbeiten wir daher in
der GWQ ServicePlus AG an Rabattverträgen, die
nicht nur sparen, sondern auch die gewohnt hohe
Versorgungsqualität gewährleisten."
Stefan Döding, Vertragsmanagement,
Bertelsmann BKK
Umfrage
06
Die Ergebnisse zeigen, dass Men-
schen in Westdeutschland glücklicher
sind als Menschen in Ostdeutschland.
Während die Westdeutschen ihr Glück
auf einer Skala von eins bis zehn mit
7,5 Punkten bewerten, vergeben die
Ostdeutschen nur 6,9 Punkte. Ein Blick
auf andere Bevölkerungsteile zeigt, die
unter 30-Jährigen sind mit 7,9 Punkten
die glücklichste Altersgruppe. Mit der
gleichen Punktzahl bewerten auch
Beamte ihr Glücklichkeitsbefinden und
sind damit die glücklichste Gruppe un-
ter den Erwerbstätigen. Zum Vergleich:
Arbeitslose vergeben nur 6,2 Punkte.
Die Umfrage zeigt, dass immateri-
elle Aspekte wesentlich stärker zum
Glücklichsein beitragen als materielle.
Freude über die kleinen Dinge des Le-
bens bedeutet für 69 % der Deutschen
Glück. Einen Arbeitsplatz zu haben, ist
für mehr als die Hälfte der Befragten
(56 %) ein sehr wichtiger Glücksfaktor.
Die Freiheit von Geldsorgen spielt da-
gegen eine eher untergeordnete Rolle
(31 %). Freunde (64 %) und Partnerschaft
(63 %) sind nach Ansicht der Befragten
die wichtigsten Quellen persönlichen
Glücks. 59 % nennen außerdem das
Erreichen von selbstgesteckten Zielen,
56 % ,,Gutes tun, um anderen zu
helfen".
Gesundheit und intaktes
Elternhaus machen glücklich
Gesundheit bedeutet für eine große Mehrheit der Deutschen Glück. Die
eigene Gesundheit und die Gesundheit der Familie (87 %) sowie das Auf-
wachsen in einem intakten Elternhaus (74 %) sind die beiden wichtigsten
Faktoren für das Glücksempfinden der Deutschen. Das ist das Ergebnis
einer repräsentativen Umfrage von TNS Emnid im Auftrag der Bertelsmann
Stiftung. Darin bezeichnen sich 57 % der Befragten als glücklich, nur 5 % als
entschieden unglücklich.
fördert das friedliche Miteinander der
Kulturen. Durch ihr gesellschaftliches
Engagement will sie alle Bürgerinnen
und Bürger ermutigen, sich ebenfalls
für das Gemeinwohl einzusetzen. Die
1977 von Reinhard Mohn gegründete,
gemeinnützige Einrichtung hält die
Mehrheit der Kapitalanteile der Ber-
telsmann AG. Die Bertelsmann Stiftung
arbeitet operativ und ist unabhängig
vom Unternehmen sowie parteipoli-
tisch neutral. Die Studie ,,Glück, Freude,
Wohlbefinden welche Rolle spielt
das Lernen?" steht zum Download auf
www.bertelsmann-stiftung.de
Die Befragung beleuchtet auch den
Zusammenhang zwischen dem eige-
nen Wohlbefinden und Lernen und sich
Qualifizieren. Für 40 % der Befragten
entsteht Glück und Wohlbefinden da-
durch, immer wieder Neues lernen zu
können. Ein Drittel der Befragten (35 %)
ist der Ansicht, dass Glück und Wohlbe-
finden sehr eng mit der eigenen Quali-
fikation und dem lebenslangen Lernen
zusammenhängen. Die Mehrheit der
Bevölkerung hat eine positive Grund-
einstellung zum lebenslangen Lernen:
Nur für 7 % der Befragten ist der
Gedanke unangenehm, lebenslang zu
lernen. Für 80 % der Antwortenden ist
das weitere Lernen und Qualifizieren
unabhängig von der bisherigen Aus-
bildung eine Selbstverständlichkeit.
Neues zu erlernen und die eigenen
Potentiale zu verwirklichen: Das wird
für viele Menschen ein Ziel im neuen
Jahr sein.
Über die Bertelsmann
Stiftung:
Die Bertelsmann Stiftung setzt sich
für das Gemeinwohl ein. Sie enga-
giert sich in den Bereichen Bildung,
Wirtschaft und Soziales, Gesundheit
sowie Internationale Verständigung und
Neues erlernen eine Glücksquelle für Jung und Alt in 2008
07
Prävention
Insgesamt beteiligen sich an ,,Hallo
Baby" über 780 Gynäkologen und 44
hoch spezialisierte Krankenhäuser in
NRW. Seit dem Start des Modellpro-
jektes im Mai 2005 haben sich fast
7.000 schwangere BKK-Versicherte
in das Modell eingeschrieben. Auch
viele Versicherte der Bertelsmann BKK
haben teilgenommen und uns positive
Rückmeldungen gegeben.
Regina van Dinther, Präsidentin des
Landtags Nordrhein-Westfalen und
Schirmherrin des Versorgungsmodells
,,Hallo Baby": ,,Die gelungene Senkung
der Frühgeburtenrate gegen den Trend
verdeutlicht die Bedeutung der durch-
geführten Präventionsmaßnahmen.
Bei der ohnehin niedrigen Geburtenrate
in Deutschland ist es umso wichtiger,
mit Projekten wie ,Hallo Baby' alles nur
denkbar Mögliche zu tun, dass Kinder
gesund also auch nicht zu früh das
Licht der Welt erblicken."
Ein Drittel der Frühgeborenen erlei-
det bleibende motorische und geis-
tige Störungen
Ein Großteil der Frühgeburten wäre
durch präventive Maßnahmen vermeid-
bar. Hauptbestandteil von ,,Hallo Baby"
ist daher das frühzeitige Erkennen
von Scheideninfektionen, die häufig
ursächlich für Fehlgeburten bzw. Früh-
geburten verantwortlich sind. Ca. 70 %
aller Frühgeburten werden durch diese
aufsteigenden Genitalinfektionen der
Niedrigere Frühgeburtenrate
bei BKK-Versicherten
,,Hallo Baby", das integrierte Versorgungsmodell der nordrhein-westfälischen Betriebskrankenkassen zur Senkung
der Frühgeburtenrate, zeigt erste Ergebnisse. Entgegen dem allgemeinen Trend verzeichnen BKK-Versicherte in NRW
eine rückläufige Frühgeburtenrate. Sie liegt mit rund 7 % deutlich unterhalb der Frühgeburtenrate aller Schwangeren
in NRW (9,6 %).
speziell qualifiziertem Personal betreut
und können Leistungen in Anspruch
nehmen, die über die Regelversorgung
in der gesetzlichen Krankenversiche-
rung hinausgehen. Hierbei handelt es
sich um ein zusätzliches, ausführliches
Gespräch über individuelle Risikofak-
toren für eine Frühgeburt mit dem/der
behandelnden Frauenarzt/Frauenärztin
und zusätzliches Informationsmaterial
zu Schwangerschaft und Geburt."
Aufgrund der positiven Ergebnisse
wird ,,Hallo Baby" nun bundesweit für
BKK-Versicherte umgesetzt. Bereits
erfolgt ist dies in: Bayern, Baden-
Württemberg, Hamburg, Mecklen-
burg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz,
Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-
Holstein.
Mutter ausgelöst. Aber auch andere
Risikofaktoren, wie Rauchen, psychi-
sche Belastungen, Alkoholkonsum und
ungesunde Ernährung, können ursäch-
lich für eine Frühgeburt verantwortlich
sein.
Bei einer drohenden Frühgeburt ist
der ambulant niedergelassene Gynäko-
loge Koordinator im Versorgungsmodell
,,Hallo Baby" und überweist bei Bedarf
an qualifizierte Perinatalzentren/Ge-
burtshilflich-neonatologische Schwer-
punkte. Thomas Johannwille, Vorstand
der Bertelsmann BKK: ,,Bei der Aus-
wahl der teilnehmenden Krankenhäu-
ser spielen spezifische Qualität, Fallzah-
len und Größe der Krankenhäuser eine
entscheidende Rolle. Die BKK-Versi-
cherten werden in diesen Häusern von
,,Hallo Baby" wird bundesweit umgesetzt
Prävention
08
Anhand der Angaben auf dem Fra-
gebogen versenden die BabyCare-Ex-
perten individuelle Empfehlungen für
eine gesunde Schwangerschaft und bei
Bedarf einen pH-Messhandschuh zur
Erkennung von Scheideninfektionen.
Diese sind neben Rauchen und Alko-
holkonsum das größte Risiko für eine
Frühgeburt. Da eine falsche Ernährung
ein weiterer großer Risikofaktor ist,
ist eine Ernährungsanalyse ebenfalls
enthalten.
Schwachstelle Ernährung: Mangel
an Mineralstoffen gefährdet die
Gesundheit der Mutter und des
Kindes
Auswertungen der Ernährungsana-
lysen haben gezeigt, dass nach wie
vor zu fett und zu süß gegessen wird
und dass die meisten schwangeren
Frauen wie große Teile der Bevölke-
rung mit wichtigen Mineralstoffen,
Spurenelementen und Vitaminen nicht
ausreichend versorgt sind.
Besonders krass ist die Unterversor-
gung bei Jod und Folsäure (Vitamin B 9):
Praktisch alle Schwangeren sind hier
unterversorgt. Über 80 % der Schwan-
geren erreichen bei Jod und Folsäure
sogar nur 50 % der empfohlenen
Mengen. Der Grund: In der Schwan-
gerschaft sind die täglich empfohlenen
Verzehrsmengen bei diesen beiden
Mikronährstoffen nochmals erhöht.
Folsäure ist jedoch für das Wachstum
von Zellen von erheblicher Bedeutung.
Der Mangel führt nicht nur zu Mü-
digkeit, depressiven Verstimmungen,
psychischen Störungen sowie Schlaflo-
sigkeit. Ein Folsäuremangel in der Zeit
der Befruchtung erhöht auch das Risiko
für schwere Fehlbildungen des Kindes
(z. B. offener Rücken), von denen insge-
samt jedes Jahr fast 1.000 Feten bzw.
Neugeborene betroffen sind. Folsäure
schützt zudem vor Krebs- und Herz-
Kreislauf-Erkrankungen.
Die Auswirkungen eines mütter-
lichen Jodmangels auf den Fetus
können mit Gehirnentwicklungs- und
Reifungsstörung des Fetus ebenfalls
verheerend sein. Die BabyCare-Exper-
ten empfehlen Frauen im gebärfähigen
Alter daher die verstärkte Einnahme
von Jod, besonders Frauen unter der
Pilleneinnahme, da sie vermehrt Jod
verlieren.
Auf der folgenden Tabelle haben wir
Ihnen die Lebensmittel mit den jewei-
BabyCare gesunde
Schwangerschaft
Besonders für unsere Kundinnen in den Regionen, in denen ,,Hallo Baby" noch
nicht angeboten wird, bieten wir das Programm ,,BabyCare". Im Rahmen der von
der Berliner Charité ausgehenden Initiative können Frauen mit Kinderwunsch ein
umfassendes Infopaket, samt einem Fragebogen zur Ermittlung persönlicher Risi-
kofaktoren, kostenlos bei der BKK erhalten.
Experten geben Ihnen individuelle Empfehlungen
Vit
amin E
10 %
20 %
30 %
40 %
50 %
60 %
70 %
80 %
90 %
100 %
Versorgung der deutschen Bevölkerung mit Mikronährstoffen
Empfohlene Tagesdosis entspricht 100 %
B-Karotin
Vit
amin D
Eisen
Calcium
P
antothensäure
F
olat
J
od
94 %
93 %
90 %
87 %
80 %
74 %
53 %
42 %
09
Prävention
Information/Bestellung
Kundinnen bis zum 4. Schwan-
gerschaftsmonat senden wir das
Informationspaket ,,BabyCare" kos-
tenlos zu. Information und Bestel-
lung unter 0 52 41/8 07 40 00 oder
www.bertelsmann-bkk.de/familie
ligen Anteilen an Jod und Folsäure in
Bezug auf jeweils 100 Gramm zusam-
mengestellt. Nahrungsmittel, die davon
recht viel enthalten, sind grün hervor-
gehoben und mit Ausnahme von Leber
und Leberprodukten in der Schwanger-
schaft besonders zu empfehlen (Leber
enthält sehr viel Vitamin A, welches in
zu hohen Mengen zu Fehlbildungen
des Kindes führen kann).
Ernährungsanalyse gibt
Hilfestellung
Wenn Sie überschlagen, was Sie pro
Tag essen müssten, um die empfoh-
lenen Mengen zu erreichen, so sehen
Sie, dass dies bei üblichen Ernährungs-
gewohnheiten praktisch nicht möglich
ist. Bei Jod müssten Sie jeden Tag
Fisch oder Meeresfrüchte essen, bei
Folsäure gewaltige Mengen an Weizen-
keimen, Nüssen, Eiern, Salaten, Obst
und Gemüse.
Anhand der BabyCare-Ernährungs-
analyse die sie zusammen mit dem
Handbuch und dem Gesundheitsfra-
gebogen erhalten können Sie jedoch
bereits gut Ihre Defizite einschätzen
Empfohlene Tagesdosis in der Jod
Folsäure
Schwangerschaft (Mikrogramm) 230
600
Jodgehalt in Lebensmitteln
Folsäuregehalt in Lebensmitteln
Schellfisch
200
Weizenkeime
520
Garnelen
130
Algen
180
Fischfilet (gebr.)
120
Rinderleber
160
Kabeljau
120
Sonnenblumenkerne
100
Seelachs
100
Mandeln
96
Miesmuscheln
80
Schweineleber
91
Feldsalat
60
Tofu
84
Algen
50
Walnüsse
77
Hering
50
Haselnüsse
71
Scholle
40
Hühnerei
65
Thunfisch (frisch)
40
Spargel
65
Thunfisch in Öl (Dose)
40
Erdbeeren
60
Makrele
36
Fenchel
60
Sardinen
22
Leberwurst
54
Käse (hart, Frischk.)
20
Broccoli
50
Champignons (Pilze gesamt)
18
Erdnussbutter
50
Hühnerei
18
Paprika (frisch)
50
Broccoli
15
Linsen
48
Rinderleber
14
Pizza
46
Sonnenblumenkerne
14
Toastbrot
46
Grünkohl (Rosenkohl)
12
Kakaopulver
44
Salat (frisch)
12
Weiße dicke Bohnen
44
Möhren
11
Salat (frisch)
42
Schwarzwurzeln
11
Artischocke
40
Mangold
10
Tomaten
40
Milch
10
Porree
39
Quark (Magerstufe)
10
Müsli Frucht
38
Spinat
10
Mangold
37
Getrocknete Feigen
9
Spinat
37
Joghurt
8
Roggenvollkorn
36
Schokoladencreme
8
Weizenvollkorn
34
Spargel
8
Kichererbsen
33
Fenchel
7
Müsli Schoko
32
Kidneybohnen
7
Avocado
30
Getrocknete Pflaumen
6
Bohnen (grün)
30
Knödel
6
Feldsalat
30
Schokolade (Vollmilch)
6
Käse (hart, Frischk.)
30
Artischocke
5
Quark (mager)
30
Quelle: www
.baby
-care.de
Babycare Nutrition
Der große Ernährungscheck für
Frauen, die sich ein Baby wünschen.
Testen Sie Ihren Ernährungszustand
und finden Sie heraus, ob Sie mit
den wichtigsten Vitaminen und Mi-
neralstoffen optimal versorgt sind
oder ob es ratsam ist, eine Ernäh-
rungsanalyse durchführen zu lassen.
So reduzieren Sie eventuelle Risiko-
faktoren auch schon vor der Schwan-
gerschaft. Die Kosten der Analyse in
Höhe von 10 trägt die BKK für Sie.
www.babycare-nutrition.de
und den Empfehlungen folgen, wie
sich die Defizite am besten ausgleichen
lassen. Nutzen Sie diese Chance für
sich und Ihr Baby.
10 fit for life
Auch die Bertelsmann BKK kämpft
seit Jahren gegen den Darmkrebs.
Kunden der Bertelsmann BKK haben
bereits ab 30 Jahren (sonst im Rahmen
der Darmkrebsfrüherkennungsrichtlinie
erst ab 50 Jahren) eine Möglichkeit
zur Darmkrebs-Früherkennung. Sie
erhalten auf Wunsch einen kostenlosen
Stuhltest inklusive Laboruntersuchung
bequem nach Hause geschickt. Unser
Test ist zudem als immunologischer
Stuhltest etwas aussagekräftiger als
der herkömmliche, beim Arzt erhältliche
Schnelltest. Als Teilnehmer nehmen Sie
einfach zu Hause eine Stuhlprobe und
senden den Test zur Auswertung an
unseren Kooperationspartner Care dia-
gnostica. Selbstverständlich gilt auch
hier der Datenschutz: Das Testergebnis
wird ausschließlich dem Teilnehmer
mitgeteilt.
Thomas Johannwille, Vorstand der
BKK: ,,Rund 2.200 Versicherte haben in
den letzten beiden Jahren unser Ange-
bot wahrgenommen und den Test an-
gefordert. Rund 1.500 haben auch den
zweiten Schritt gemacht
und eine Stuhlprobe zur
Auswertung gesandt. 79
Proben wiesen Blutspuren
auf und erforderten eine
ärztliche Abklärung des
Befunds. 11 Proben waren
letztendlich tatsächlich auf
Wucherungen zurückzu-
führen, die später entarten
und zu Darmkrebs füh-
ren können. Früh erkannt
konnte in diesen Fällen
eine Krebserkrankung ver-
mieden werden. Doch
nicht nur dem Betroffenen
und seinen Angehörigen
ist großes Leid erspart
worden. Auch die Solidar-
gemeinschaft profitierte,
da die hohen Folgekosten
einer Krebserkrankung
nicht angefallen sind. Und
Früherkennung nutzen
Darmkrebs vermeiden
Darmkrebsmonat März kostenloser Test für BKK-Versicherte ab 30
Was haben die Klitschko-Brüder, Sandra Maischberger, Kai Pflaume und viele andere Prominente gemein-
sam? Sie setzen sich für das Ziel der Felix Burda Stiftung und der Deutschen Krebshilfe ein, die Darmkrebs-
sterblichkeit in Deutschland zu senken. Ihre Botschaft: ,,Es gibt Dinge, gegen die ist man einfach machtlos.
Darmkrebs gehört nicht dazu."
auch dem Arbeitgeber sind keine
nennenswerten Fehlzeiten und somit
Entgeltfortzahlungen entstanden. Ver-
gleichszahlen lassen auf Kosten von
170.000 schließen, die den Arbeit-
gebern der Betroffenen im Falle einer
Krebserkrankung insgesamt entstan-
den wären. Unzweifelhaft können wir
daher sagen, dass unsere Aktion sehr
effizient gewesen ist. Wir hoffen daher
auch zukünftig auf viele Teilnehmer."
Am einfachsten wird das Testset on-
line bestellt. Für die online-Anforderung
benötigen Sie die auf Ihrer Versicher-
tenkarte zu findende Versichertennum-
mer. Wer nicht bei der Bertelsmann
BKK versichert ist, kann den Test gegen
eine Selbstkostengebühr von 10
online bestellen. Informationen hierzu
finden sich ebenfalls auf der Internet-
seite der BKK. Für Kunden ist der Test
im Aktionsmonat März auch in der BKK
erhältlich.
Bestellung und weitere Informatio-
nen: www.bertelsmann-bkk.de/
testset
Allgemeine Informationen:
www.darmkrebsmonat.de
11
Hausarztmodell
Tipp
Online-Suche nach
teilnehmenden Ärzten
Eine hausarztzentrierte Versorgung
können wir derzeit unseren Versi-
cherten in Bayern, Bremen, Hessen
und im nordrheinischen Teil von
NRW bieten (weitere Regionen
werden im Laufe des Jahres folgen).
Versicherte in diesen Regionen
haben nun die Möglichkeit, auch on-
line über unsere Internetseite nach
teilnehmenden Ärzten zu suchen:
www.bertelsmann-bkk.de/hausarzt
Ihre Ansprechpartner:
Service-Team Leistungen,
0 52 41/80-7 40 00,
info@bertelsmann-bkk.de
Die hausarztzentrierte Versorgung
soll zu Qualitätsverbesserungen in der
Versorgung führen und der Verschwen-
dung von Ressourcen entgegenwirken.
Zentrale Ansätze sind eine koordinierte
Behandlung unter Führung des Haus-
arztes, eine abgestimmte Arzneimit-
telversorgung und die Verzahnung von
ambulanter und stationärer Versorgung.
Das Bundesgesundheitsministerium
hat den Kassen aufgegeben, entspre-
chende Vereinbarungen mit Ärzten zu
schließen.
Nicht nur bei Patienten, die sich
gut versorgt fühlen bei ihrem Haus-
arzt, auch bei den Hausärzten hat die
pauschale Kritik der Studie für Unmut
gesorgt. Denn untersucht wurden in
der Studie nur Verträge, die die Kassen-
ärztliche Vereinigung abgeschlossen
hat. Verträge aber, die direkt zwischen
Krankenkassen und den Hausärzten
abgeschlossen wurden, hat die Studie
nicht berücksichtigt.
Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender
des Deutschen Hausärzteverbandes,
äußerte sich daher wie folgt: ,,Beide
Studien zeigen deutlich, dass die Gefahr
besteht, die Vorteile der hausarztzen-
trierten Versorgung bei nicht konse-
quenter Umsetzung zu verspielen.
Die hier untersuchten und befragten
Verträge sind von den Kassenärztlichen
Vereinigungen abgeschlossene Ver-
träge, die offensichtlich die Rolle des
Hausarztes als Lotse und Koordinator
des Patienten durch das Medizinsys-
tem nicht ausreichend umsetzen. Eine
Pauschalierung dieser Ergebnisse
auf alle hausarztzentrierten Verträge
verbietet sich allein deswegen, weil
die zwischen den Krankenkassen und
dem Deutschen Hausärzteverband
direkt abgeschlossenen oder noch zu
entwickelnden Verträge in beiden Un-
tersuchungen außen vor bleiben."
,,Auch wir sind vorsichtig bei der Be-
wertung und Einführung der Hausarzt-
modelle und der hausarztzentrierten
Versorgung. Denn nur wenn diese Ver-
träge eine nachweislich bessere Versor-
gung für unsere Versicherten bringen
und unnötige Kosten einsparen, kön-
nen wir die Kosten, die unserer Versi-
chertengemeinschaft durch zusätzliche
Honorare an die teilnehmenden Ärzte
entstehen, verantworten," so Wolfgang
Diembeck, Vorstandsvorsitzender der
Bertelsmann BKK. Wegen der unklaren
Auswirkungen kann die BKK derzeit
auch nicht Teile der Praxisgebühr für
die Teilnahme am Hausarztmodell
erlassen.
Der Hausarzt als Lotse
Studie der Bertelsmann Stiftung sorgt für Diskussionen
Viel Wirbel entfachte eine im Januar von der Bertelsmann Stiftung veröf-
fentlichte Studie, nach der die bestehenden Hausarztmodelle weitestgehend
wirkungslos sind. Denn zum einen würden sich Patienten in Hausarztmodel-
len von ihren Ärzten nicht besser versorgt fühlen. Zum anderen könne auch
die Anzahl der Facharztbesuche bei den Modellteilnehmern nicht bedeutend
gesenkt werden. Somit würde es auch nicht zu wesentlichen Einsparungen
kommen. Eine weitere Studie im Ersatzkassen-Bereich kam ebenfalls zu
ernüchternden Ergebnissen.
12 Kurzmeldungen
Wer mindestens dreimal die Woche
für 20 Minuten kräftig und intensiv
Sport trieb, dessen Risiko war immer-
hin noch um 27 % geringer. Aber auch
Menschen, die sich weniger bewegten,
profitierten im Vergleich zu Bewegungs-
muffeln: Ihre Sterberate war noch um
19 % geringer.
Fazit: ,,Wenig Sport ist also besser
als gar kein Sport." Zu den Nichtsport-
lern zählen sich immerhin rund
1
/
3
der
erwachsenen Bundesbürger, deutlich
mehr als in unseren Nachbarländern
Österreich, Niederlande oder in den
skandinavischen Ländern.
}
Intensives Training (5 x pro Woche
und öfter): Sterberate -32 %
}
Moderates Training (3 x pro Woche
und öfter): Sterberate -27 %
}
Leichtes Training (weniger als 3 x pro
Woche): Sterberate -19 %
Auch wer nur wenig Zeit für Sport
hat, kann viel für sich tun
Denn körperliche Aktivitäten im pri-
vaten oder beruflichen Alltag, von der
Hausarbeit über das Treppensteigen bis
zum Radfahren oder dem zügigen Spa-
ziergang in der Mittagspause, genießen
mittlerweile den gleichen Stellenwert
wie der gesundheitsorientierte Sport.
Gesundheitsexperten empfehlen daher
ganz einfach, sich bereits im Alltag so
viel wie möglich zu bewegen.
Wer sich darüber hinaus mit Gleich-
gesinnten unter fachlicher Anleitung
bewegen möchte, findet in unserer On-
line-Kursdatenbank viele Bewegungs-
angebote in ganz Deutschland. Unser
Zuschuss beträgt bei regelmäßiger Teil-
nahme 85 %, begrenzt auf 80 im Jahr:
www.bertelsmann-bkk.de/easy
Wer sich bewegt,
lebt länger
Neue Studie belegt:
Sich zu bewegen bringt wirklich etwas. Das hat eine große US-Studie, über
die die Ärztezeitung aktuell berichtet, eindeutig belegt. Von über 250.000
Personen von 50 bis 70 Jahren hatten diejenigen die niedrigste Sterberate,
die an den meisten Wochentagen 30 Minuten moderat Sport trieben: Ihre
Sterberate war um 32 % geringer als die von Nichtsportlern.
Themen im Expertenchat
Tipp: Zusammenfassungen der
vorherigen Chats finden Sie ebenfalls
unter dem genannten Link, so aktuell
zum Chat ,,Medikamentenabhängig-
keit die stille Sucht" vom 30. Okto-
ber 2007 mit Dr. Rüdiger Holzbach,
Leiter der Abteilung Suchtmedizin der
Westfälischen Kliniken Warstein und
Lippstadt.
Die nächsten Themen im Expertenchat, jeweils von 20 bis 21.30 Uhr
25.3. ,,Nahrungsmittel auf dem Prüfstand kann Essen krank machen?"
29.4. ,,Borderline zerrissen zwischen Extremen"
27.5. ,,Hämorrhoiden zu schmerzhaft um ignoriert zu werden"
24.6. ,,Depressionen die Kehrseite der Spaßgesellschaft?"
www.bertelsmann-bkk.de/chat
13
Kurzmeldungen
Der Gesetzgeber hat seit längerem
festgelegt, dass Versicherte Zuzahlun-
gen im Kalenderjahr höchstens bis zu
ihrer individuellen Belastungsgrenze
leisten müssen. Diese beträgt 2 %
der jährlichen Bruttoeinnahmen zum
Lebensunterhalt. Für chronisch Kranke,
die wegen derselben schwerwiegen-
den Krankheit in Dauerbehandlung
sind, beträgt sie 1 % der jährlichen Brut-
toeinnahmen zum Lebensunterhalt.
Nun hat der Gesetzgeber diese Re-
gelung für Frauen, die ab dem 2. April
1987 geboren sind, mit zusätzlichen
Voraussetzungen versehen, damit die
geringere Belastungsgrenze von 1 %
später einmal gelten kann: Sie müssen,
wenn sie später an Gebärmutterhals-
krebs (Zervix-Karzinom) erkranken
sollten, zusätzlich nachweisen, dass sie
eine ärztliche Beratung über die Früh-
erkennung von Gebärmutterhalskrebs
in Anspruch genommen haben. Diese
Beratung können Frauen ab dem Alter
von zwanzig Jahren nutzen*.
Von dieser Neuregelung erstmals be-
troffen sind im Kalenderjahr 2008 junge
Frauen, die in der Zeit vom 2. April 1987
bis zum 31. Dezember 1988 geboren
sind. Denn sie haben 2008 das Alter von
zwanzig Jahren erreicht bzw. werden
es erreichen. Für die Inanspruchnahme
der Beratung bleiben ihnen zwei Jahre
Zeit. Für Frauen, die bereits im Jahr
2007 zwanzig Jahre alt geworden sind,
beginnen die zwei Jahre erst ab dem
1. Januar 2008. Nur wenn in dieser Zeit
eine Beratung durchgeführt wird, kann
später ggf. die Belastungsgrenze von
2 auf 1 % gesenkt werden!
Beispiel 1:
Versicherte
geboren am
7. September 1987
Beratung über die
Früherkennung von
Gebärmutterhalskrebs
möglich seit
1. Januar 2008
Beratung muss
erfolgen bis
31. Dezember 2009
Beispiel 2:
Versicherte
geboren am
5. Juli 1988
Beratung über die
Früherkennung von
Gebärmutterhalskrebs
möglich ab
5. Juli 2008
Beratung muss
erfolgen bis
4. Juli 2010
Der Nachweis der ärztlichen Beratung
erfolgt über einen Präventionspass. Bis
der Pass in allen Arztpraxen vorliegt,
kann die Beratung auch über einen
provisorischen Vordruck oder formlos
bestätigt werden. Dieser ,,Nachweis"
wird Versicherten nach der Beratung
von ihrem Arzt ausgehändigt, und zwar
kostenlos. Bei einer formlosen Bestäti-
gung müssen folgende Informationen
enthalten sein: Name der Versicher-
ten, Geburtsdatum, Durchführung der
Beratung gemäß der Richtlinie des
Gemeinsamen Bundesausschusses
zur Umsetzung der Regelungen in
§ 62 für schwerwiegend chronisch
Erkrankte (,,Chroniker-Richt linie"), Tag
der Beratung, Unterschrift und Stempel
des Arztes.
Hinweis für vom 2. April bis
31. Dezember 1987 geborene Frauen:
Ist eine Untersuchung zur Früher-
kennung des Gebärmutterhalskrebses
bereits im Jahr 2007 in Anspruch
genommen worden, besteht die
Möglichkeit, dass der Arzt diese Unter-
suchung nachträglich als ,,Beratung"
bestätigt. Um dem Beratungsnachweis
später nicht mühsam hinterherlaufen
zu müssen z. B. nach einem Umzug
oder wenn der ehemals behandelnde
Arzt seine Praxis aufgegeben hat ,
sollte der Arzt unverzüglich um die Aus-
stellung der Bescheinigung gebeten
werden.
Bei Fragen stehen wir Ihnen gern zur
Verfügung.
Quelle: Spitzenverbände der Krankenkassen
*Versicherte mit schweren psychischen Er-
krankungen nach näherer Bestimmung der
Nr. 9 der Soziotherapie-Richtlinien oder mit
schweren geistigen Behinderungen sind
von der Pflicht zur Beratung ausgenom-
men. Dies gilt selbstverständlich ebenso
für Versicherte, die bereits an Gebärmutter-
halskrebs leiden.
Früherkennung von
Gebärmutterhalskrebs
Beratung kann später höhere Zuzahlungsbelastungen bei Frauen vermeiden
Informationen zur Befreiung von den Zuzahlungen nach § 62 SGB V
RTL-Vorabendserie ,,Gute Zeiten, Schlechte Zeiten" thematisiert Drogenmissbrauch
GZSZ gegen Drogen
14 Kurzmeldungen
Auf einer gemeinsamen Pressekon-
ferenz mit den Verantwortlichen der
Serie und mehreren Schauspielern
äußerten sich Mitte Januar die Bun-
desgesundheitsministerin und die Dro-
genbeauftragte der Bundesregierung
zu dem gemeinsamen Engagement
gegen Drogen.
Bundesgesundheitsministerin Ul-
la Schmidt: ,,Die Bekämpfung des
Drogenkonsums ist ein gesamtge-
sellschaftliches Thema. Es ist wichtig,
dafür eine breite öffentliche Aufmerk-
samkeit zu gewinnen. In bestimmten
Szenen der Jugendkultur hat sich z. B.
der Konsum von Kokain etabliert. Auf-
klärung ist dabei der beste Ansatz zu
einer wirksamen Prävention, gerade bei
Jugendlichen. Es ist daher gut, wenn
sich auch Fernsehserien seriös mit dem
Thema auseinandersetzen. Drogen
zerstören Leben. Da gibt es nichts zu
beschönigen."
Auch die Drogenbeauftragte der Bun-
desregierung Sabine Bätzing äußerte
sich anerkennend zum Engagement
der Serie: ,,Drogenkonsum ist kein
harmloses Partyvergnügen, Drogen
schaden der Gesundheit und können
abhängig machen. Drogenabhängigkeit
bedeutet das Ende eines freien und
selbstbestimmten Lebens. Ich begrüße
es sehr, dass sich die Verantwortlichen
und Schauspieler der Serie für Drogen-
prävention einsetzen, da ihnen eine
wichtige Vorbildfunktion zukommt."
Kokain wird besonders häufig in
Diskotheken und Clubs als Partydroge
verwendet. Verbreitet ist ein exzessiver
Konsum am Wochenende. Die Droge
bewirkt schwere Persönlichkeitsverän-
derungen und verursacht Depressionen
sowie Paranoia. Der Ausstieg gelingt
oft erst nach jahrelangem Konsum,
wenn den Betroffenen ihr Alltagsleben
vollständig zu entgleiten droht.
Studien zeigen, dass gerade Jugendli-
che neugieriger und risikofreudiger sind
und daher häufiger als Erwachsene
Die vor allem bei jungen Menschen
beliebte Fernsehserie ,,Gute Zei-
ten, Schlechte Zeiten" wendet sich
aktuell einem wichtigen gesund-
heitspolitischen Thema zu: dem
Drogenkonsum, -missbrauch und
der -abhängigkeit von Jugendlichen
und jungen Erwachsenen.
Kokain probieren. In Großstädten ist die
Risikobereitschaft noch höher. Im Ver-
gleich zum bundesweiten Durchschnitt
haben in Hamburg zum Beispiel fast
doppelt so viele Jugendliche zwischen
14 und 18 Jahren mindestens einmal
im Leben Kokain probiert.
In vielen Fällen nehmen Kokainkon-
sumenten verschiedene Drogen, wobei
Kokain oft zusammen mit Alkohol und
Tabak, mit anderen illegalen Drogen
wie sonstigen Stimulantien und Can-
nabis oder mit Heroin eingenommen
wird.
Weitere Informationen unter:
www.drogenbeauftragte.de
Bundesgesundheitsministerin
Ulla Schmidt und Drogenbeauftragte
Sabine Bätzing mit GZSZ-Stars und
dem Produzenten Rainer Wemcken
15
Kurzmeldungen
Viel Neues kommt auf euch zu. Auch
das Thema Krankenversicherung wird
für euch neu sein. Bisher seid ihr ja
über eure Eltern in der Bertelsmann
BKK familienversichert.
Mit Beginn der Ausbildung werdet ihr
nun selbst versicherungspflichtig und
wählt dazu erstmals eure Krankenkas-
se. Was liegt näher, als weiterhin der
Bertelsmann BKK zu vertrauen!
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Ihr habt euren Ausbildungsvertrag in der Tasche und nehmt Kurs Richtung Ausbildung?
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meisten Krankenkassen nur bis 17
Jahre!) und vieles mehr (eine aus-
führliche Übersicht senden wir euch
gerne zu, oder schaut einfach auf
unserer Internetseite unter ,,Plus-
punkte" nach)
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Anmeldung auf unserer Internetseite
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sive der CD-ROM ,,Jobwärts" an:
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Bearbeitung aller Anliegen in maxi-
mal 48 Stunden
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in den Top Ten der bundesweit güns-
tigsten Krankenkassen
3. Viele Zusatzleistungen: zum Beispiel
die online-Gesundheitsakte für euer
persönliches Gesundheitsmanage-
ment oder die HPV-Impfung gegen
Gebärmutterhalskrebs für Mädchen
und Frauen bis 26 Jahre (bei den
Leben
16
Frau Rinklake-Pohlmann, die Diagno-
se ,,Krebs" ist ein Schock und verän-
dert das Leben von einem Augenblick
zum anderen. In Ihrem Buch berich-
ten Sie von dieser Grenzerfahrung.
Die Erkrankung betrifft den Körper,
wie aber reagiert die Psyche?
Marion Rinklake-Pohlmann:
Die
Krebskrankheit betrifft nicht nur den
Körper, sie betrifft und trifft in ganz
besonderem Maße auch die Psyche.
Krebs bedeutete am Anfang für mich so
viel wie Tod. Plötzlich war er nicht mehr
etwas, das irgendwann in ferner Zu-
kunft mal zuschlagen würde, sondern
der Tod stand direkt vor mir. Das löste
ungeahnte, tiefste Ängste aus und mir
wurde klar, was es mit solchen Flos-
keln wie ,,Ich falle in ein tiefes Loch"
wirklich auf sich hatte. Auch das Wort
Hoffnungslosigkeit hört sich in dieser
Situation wie eine Phrase an, trifft es
aber haargenau. Und das ist erst einmal
eine schwer zu ertragende Reaktion der
Seele, wenn man leben möchte. Stän-
dig herrscht das Gefühl vor, die eigenen
Grenzen schon erreicht zu haben, um
dann zu erfahren, dass die mühsame
Reise weitergeht.
Wo fanden Sie Hilfe, Halt und
Unterstützung?
Marion Rinklake-Pohlmann:
An
erster Stelle fand ich besonderen Halt
bei meinem Mann, der von Anfang an
überzeugt war, dass ich diese Krankheit
überstehen würde. Seine Gewissheit
Als Marion Rinklake-Pohlmann mit der Diagnose Krebs konfrontiert wurde, traf es sie wie ein Blitzschlag. Mit ihren
33 Jahren stand sie mitten im Leben, hatte die Liebe ihres Lebens gefunden und bereitete gerade ihre Hochzeit vor.
Für sie stand fest: Sie wollte leben, nicht sterben. In ihrem Buch ,,Ich lebe, weil ..." schildert sie ihre ,,Reise bis an
die eigenen Grenzen". Wie Marion Rinklake-Pohlmann den Krebs überwand, berichtet sie gern ihre Erfahrung soll
anderen Menschen Kraft und Mut geben, sich der Krankheit zu stellen.
Krebs
ließ sich auch dann nicht erschüttern,
als ein Chirurg ihm in einem Vier-Augen-
Gespräch zu verstehen gab, dass
ich nur eine geringe Chance hätte zu
überleben. Auch meine Eltern und Ge-
schwister waren mir eine große Hilfe.
Es war mir wichtig, nicht nur meinem
Mann meine Ängste mitzuteilen. Ich
hatte den Wunsch, mir helfende, für
den Gesprächspartner aber vielleicht
belastende Gespräche gerecht zu ver-
teilen, sodass sich jeder von seiner Auf-
gabe, mir ständig Mut zu machen, auch
mal zurückziehen konnte. Außerdem
gab es noch meine Freunde. Darüber
hinaus habe ich mich von Anfang an
nicht geziert, mir von einer erfahrenen,
neutralen Person Rat zu holen. In mei-
ner Stadt gab es eine Krebsberatungs-
stelle, die ich aufgesucht habe. Dort
gab es nicht nur Informationsmaterial,
sondern auch eine Psychologin, mit der
ich hilfreiche Gespräche geführt habe.
Sie war neutral und konnte somit die
Dinge noch einmal anders beleuchten
und mir die Vorgänge, die sich in meiner
Seele abspielten, erklären.
Welche Erfahrung haben Sie im Lau-
fe der Krebsbehandlung gemacht?
Marion Rinklake-Pohlmann:
Als
Patientin mit einer lebensbedrohli-
chen Krankheit hatte ich sehr hohe
menschliche Ansprüche an die Ärzte,
die natürlich nicht immer befriedigt
wurden. Die Chirurgen, die mein Ope-
rationsteam bildeten, zeichneten sich
durch hohe fachliche Kompetenz aus,
davon war ich sehr schnell überzeugt.
Die harten Fakten wurden sachlich
auf den Tisch gelegt, da gab es keine
Streicheleinheiten. Diese Sachlichkeit
war in solchen Momenten für mich
etwas Unerträgliches. Schließlich hat-
te ich keinen Schnupfen, da wäre mir
das egal gewesen, sondern Krebs. Ich
wollte Mitgefühl und hoffnungsvolle
Worte. Doch ich konnte die Chirurgen
auch verstehen und darüber hinaus er-
wartete ich ja auch, dass sie ihren Job
gut machten und die Operation gelang.
Somit sind Sachlichkeit und Abstand
sicherlich die besten Begleiter eines
Hoffnungsbericht einer Überlebenden
Buch-Tipp
Ich lebe, weil ...
Als der Krebs mich
das Leben lehrte
von Marion Rink-
lake-Pohlmann,
Books on Demand,
Norderstedt;
224 S., kart., ISBN
978-3-8334-7963-2; 14,80
Marion Rinklake-Pohlmann hatte
Krebs: Magenkrebs im fortgeschrit-
tenen Stadium. Die Nachricht der
Krankheit war ein Schock. Doch bei
allen Fragen und Zweifeln fand die
Autorin einen Weg zu einem neuen
Leben, den sie eindrucksvoll in ihrem
Buch beschreibt.
17
Leben
Chirurgen. Bei den Onkologen war
es ähnlich. Hinzu kam, dass die Ärzte
oftmals wenig Zeit hatten, sich auf ein
wirkliches Gespräch einzulassen. Ich
hatte manchmal Fragen, die erst einmal
unbeantwortet blieben. So nach und
nach habe ich versucht, die Ärzte als
Menschen zu sehen. Dadurch fiel es
mir leichter, ihnen menschliche Schwä-
chen zuzugestehen und sie direkt zu
kritisieren und nicht lockerzulassen,
wenn bohrende Fragen und Angst mich
quälten.
Man riet Ihnen, gegen den Krebs zu
,,kämpfen". Welche ,,Waffen" haben
Sie ergriffen?
Marion Rinklake-Pohlmann:
Meine
erste Waffe, die zwar gerade in der ers-
ten Zeit nach der Diagnose noch etwas
im Verborgenen lag, aber dennoch eine
herausragende Rolle im Kampf gegen
den Krebs gespielt hat, war mein Le-
benswille. Dieser Lebenswille war ein
wichtiger Motor für das Management
meiner Krankheit. Ich wollte leben,
also brauchte ich einen Plan. Zu diesem
Plan gehörte für mich zuerst einmal
die Schulmedizin. Ich hatte zwar schon
öfter von Spontanheilungen gehört und
solchen, die allein durch die geistige
und körperliche Selbstheilungskraft
zustande gekommen waren, traute
mich aber nicht, mich auf diese Kräfte
zu verlassen. Also brauchte ich als
Waffe die Schulmedizin mit allem was
dazugehörte: Operation, Chemo- und
Strahlentherapie. Ich wollte dennoch
meine Selbstheilungskräfte mit ein-
bringen, habe meine geistigen Stärken
mobilisiert und Entspannungstechniken
geübt. Eine sehr weiche Waffe fand ich
im Glauben. Es hat mir gutgetan, mich
von Gott getragen zu wissen. Eine wei-
tere Möglichkeit bot O. Carl Simonton
in seinem Buch ,,Wieder gesund wer-
den" an. In diesem Buch geht es um
die Kraft der Imagination, also wie man
mit positiven Vorstellungsbildern die
Krankheit günstig beeinflussen kann.
Dieses Verfahren habe ich mir angeeig-
net und es hat mir sehr gutgetan. Ob
es tatsächlich auch heilen kann, vermag
ich nicht zu sagen. Auf jeden Fall war
es ein guter Weg zu entspannen, und
die Entspannung ist sehr wichtig, wenn
man wieder gesund werden will.
Was ist aus Ihrer Sicht das Wichtigs-
te für den Gesundungsprozess und
die Gesunderhaltung?
Marion Rinklake-Pohlmann:
Für
meine Gesundung war es wichtig, die
Erkrankung zu akzeptieren. Das dauerte
natürlich und ging nicht von heute auf
morgen. Es war ein langsamer Prozess,
in dessen Verlauf mir bewusst wurde,
dass Körper, Geist und Seele im Ein-
klang sein müssen, um wieder gesund
zu werden und dann auch gesund zu
bleiben. Außerdem war es für mich gut,
mich auf möglichst viel Hilfe von außen
einzulassen und sie anzunehmen. So
eine Krankheit allein bewältigen zu
wollen, hätte meiner Gesundung im
Wege gestanden. Und damit ich heute
gesund bleibe, sorge ich für eine aus-
gewogene Portion Selbstliebe. Hierzu
gehören so einfache Dinge wie eine ge-
sunde Ernährung, das Leben bewusst
wahrzunehmen, den alltäglichen Ärger
zuzulassen, ihn aber auch wieder los-
zulassen. Mit anderen Worten: inneren
Frieden jeden Tag neu suchen und ihn
finden. Hierbei helfen mir Qigong- und
Yogaübungen, die aus meinem Leben
nicht mehr wegzudenken sind.
Marion Rinklake-Pohlmann überwand den Krebs: ,,Körper, Geist und Seele müssen im Einklang sein."
18 Aktuell
Die Noroviren sind lange nicht so
bekannt wie die üblichen Verdächti-
gen bei Magen-Darm-Infekten. Erst
1972 wurden sie durch elektronenmi-
kroskopische Untersuchungen ent-
deckt. Weltweit sind sie sehr verbreitet
und für einen Großteil der nicht durch
Bakterien bedingten ansteckenden Ma-
gen-Darm-Erkrankungen bei Kindern
und Erwachsenen verantwortlich.
Ausbrüche von Norovirenerkrankun-
gen waren in den letzten Jahren ein
häufigeres Problem in Deutschland
und sind besonders für die winterliche
Jahreszeit nicht ungewöhnlich. Durch
Noroviren verursachte akute Magen-
Darm-Infekte treten häufig in Kranken-
häusern und Gemeinschaftseinrichtun-
gen wie Alten- und Pflegeheimen auf. In
diesen Einrichtungen leiden Menschen
besonders häufig an schweren Grund-
erkrankungen. Daher können auch re-
lativ leichte Durchfallerscheinungen zu
schwerwiegenden Verschlechterungen
des Gesundheitszustands mit fatalen
Folgen führen.
Da in der Regel auch das Personal
dieser Einrichtungen von einer solchen
Erkrankungswelle nicht verschont
bleibt, kann es zu Engpässen in der
Versorgung und u. U. sogar zu einer
vorübergehenden Schließung von Ein-
richtungen kommen.
Virusinfektion
Eine Magen-Darm-Infektionswelle überfiel schon im vergangenen Winter das Land. Sogar von Seuche
war die Rede. Zehntausende von Menschen waren betroffen. Auch jetzt erkranken wieder viele an einer
Infektion mit Noroviren. Aber: Sind diese Viren wirklich so gefährlich?
Noroviren:
Kein Grund zur Panik
Viele Menschen sind daher beunru-
higt, weil das Virus so ansteckend ist.
Tatsächlich erfolgt die Verbreitung sehr
schnell und vor allem dort, wo viele
Menschen versammelt sind.
Noroviren werden über den Stuhl
des Menschen ausgeschieden. Die
Ansteckungsgefahr ist sehr groß.
Die Übertragung erfolgt fäkal-oral (als
Schmierinfektion) oder durch Bildung
virushaltiger Luftpartikel während des
Erbrechens. Das erklärt die sehr rasche
Infektionsausbreitung innerhalb von
Gemeinschaftseinrichtungen.
Betroffene sind insbesondere wäh-
rend der akuten Erkrankung und min-
destens bis zu 48 Stunden nach Aufhö-
ren der Symptome ansteckungsfähig.
In Untersuchungen konnte gezeigt
werden, dass das Virus in der Regel
7 bis 14 Tage, in Ausnahmefällen aber
auch über Wochen nach einer akuten
Erkrankung, über den Stuhl ausge-
schieden werden kann. Die Einhaltung
üblicher Hygieneregeln ist somit auch
im Anschluss an die Erkrankung von
enormer Bedeutung.
Dennoch besteht kein Grund zur
Panik. Bei der Normalbevölkerung
löst das Virus meist nur einen leichten
Magen-Darm-Infekt aus. Allerdings mit
hohem Aufmerksamkeits- und Erinne-
rungswert!
Zwischen Ansteckung und Ausbruch
liegen nur wenige bis höchstens 48
Stunden. Die Infizierten müssen sich
dann ganz plötzlich im Schwall überge-
ben und bekommen teilweise starke
Durchfälle. Es stellt sich ein ausgepräg-
tes Krankheitsgefühl mit Schmerzen in
der Bauchregion ein und die Infizierten
fühlen sich richtig schlapp.
Eine leichte Erhöhung der Körper-
temperatur ist möglich, hohes Fieber
tritt dagegen nur selten auf. Übelkeit,
Kopf- und Gliederschmerzen sind
allerdings häufig. So schnell, wie die
,,Heimsuchung" erfolgt, verschwindet
sie auch wieder.
Nach zwei Tagen klingen die Be-
schwerden im Normalfall von selber
wieder ab. Während der Erkrankung
heißt es: Trinken, trinken und nochmals
trinken! damit der Körper nicht zu
viel Flüssigkeit verliert. Ein Arztbesuch
ist in der Regel nicht erforderlich. Wer
allerdings nach zwei Tagen selbst Was-
ser sofort wieder ausspucken muss,
könnte sich Medikamente zur Unter-
drückung des Brechreizes verordnen
lassen.
Da das Virus auch nach Abklingen der
akuten Krankheitssymptome noch ein
bis zwei Wochen im Stuhl ausgeschie-
den werden kann, müssen die gene-
senen Personen zumindest für diesen
Übelkeit, Schmerzen und
Erbrechen die Beschwerden bei
Noroviren sind zwar äußerst unan-
genehm, klingen jedoch im Nor-
malfall nach zwei Tagen wieder ab.
19
Aktuell
Zeitraum auf eine intensive Toiletten-
und Handhygiene achten. Es besteht
jedoch kein Grund zur Beunruhigung.
In den allermeisten Fällen nimmt die
Krankheit einen harmlosen Verlauf und
ist schnell wieder auskuriert.
Für die Erkrankten gelten die bei
Magen-Darm-Infektionen üblichen
medizinischen Empfehlungen. Neben
Bettruhe ist auf eine hohe Zufuhr von
Flüssigkeit und Elektrolyten zu achten.
Bei schweren Verläufen (starke Flüssig-
keitsverluste durch Erbrechen, Durch-
fall) sollte vor allem bei Kleinkindern,
älteren Patienten und Personen mit
Grunderkrankungen frühzeitig ein Arzt
konsultiert werden.
Wie und wodurch ist die Virus-
infektion vermeidbar?
Handhygiene ist da von entscheiden-
der Bedeutung. Wobei Waschen mit
Seife allein nicht ausreichend sein kann.
Nur Desinfektionsmittel sind in der La-
ge, diese Viren zuverlässig abzutöten.
Wer sich bislang noch nicht infiziert hat,
sollte den Kontakt zu Kranken unbe-
dingt meiden, wenn es sich einrichten
lässt. Kranke sollten Gegenstände, mit
denen sie in Kontakt gekommen sind,
gründlich desinfizieren. Oft lauern die
Viren auf nicht ausreichend desinfizier-
ten Türklinken und Toilettenbrillen auf
ihre nächsten Opfer. Aber: Das ist ja
eher eine Binsenweisheit.
Bei Begrüßungen ist es deshalb auch
keineswegs ein Akt der Unhöflichkeit,
den Handschlag mit Verweis auf die
momentane Lage zu ,,verweigern".
Auch diejenigen, die sich schon
einmal mit ,,Nora" infiziert haben, sind
nicht gegen ,,Nova-Nora" gefeit. Denn
Noroviren verändern ihr Erbgut ebenso
schnell wie Grippeviren. Und schon
ist das menschliche Immunsystem
ausgetrickst.
Bleiben Sie gesund:
Ihre Betriebskrankenkasse
Um Infektionen vorzubeugen
Häufig die Hände intensiv waschen, besonders nach Bus- oder Bahnfahrten,
nach dem Toilettengang und vor dem Essen.
Auf Händeschütteln so weit wie möglich verzichten.
Diese einfachen Hygieneregeln schützen auch vor den Erregern von Erkältun-
gen und Grippe.
Infektionsquellen für Noroviren sind neben dem direkten Kontakt zu Erkrank-
ten zum Beispiel Türklinken oder Gemeinschaftstoiletten. Die Viren werden
durch Schmier- oder Tröpfcheninfektion übertragen und können außerhalb
des Körpers mehrere Tage überdauern.
Die Infektion mit Noroviren äußert sich durch starke Übelkeit, plötzlich einset-
zendes Erbrechen und Durchfall. Die Beschwerden dauern bis zu zwei Tage.
Erkrankte sollten möglichst wenig Kontakt mit ihrer Umwelt haben. Neben
Bettruhe ist die ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit und Mineralstoffen, bei-
spielsweise durch Elektrolytlösungen aus der Apotheke, wichtig. Die Infektion
ist für gesunde Menschen nicht lebensbedrohlich. Bei Kleinkindern, älteren
Patienten und bei Menschen mit einer Grunderkrankung sollte frühzeitig ein
Arzt konsultiert werden.
20 Familie
Die Zuckerkrankheit ist die häufigste
Stoffwechselerkrankung im Kindes-
alter, ihre Verbreitung steigt weltweit
dramatisch an. Besonders der Anteil
jüngerer Kinder wird immer größer.
Vererbung
Die meisten aller neu erkrankten
Kinder stammen aus Familien, in denen
bisher kein Typ-1-Diabetes aufgetreten
war, das sind etwa 3 von 1.000 Kindern.
Sobald aber vom Typ-1-Dia betes be-
troffene Verwandte (Vater, Mutter oder
Geschwister) vorhanden sind, steigt
das Risiko stark an.
Ernährung
Muttermilch hat einen schützenden
Effekt. Gestillte Kinder erkranken später
seltener an Diabetes, sowohl an Typ 1
als auch an Typ 2. Der Konsum von
Lebensmitteln mit Omega-3-Fettsäu-
ren, wie zum Beispiel fettem Seefisch,
Lebertran, oder mit solchen Fetten an-
gereicherten Produkten schon von der
frühen Kindheit an scheint ebenfalls das
spätere Diabetes-Risiko zu senken.
Die Behandlung zuckerkranker Kinder
beruht auf drei Säulen: auf dem Ersatz
Vererbung und Ernährung als Risikofaktoren
des fehlenden Insulins, der Einhaltung
einer kontrollierten Ernährung und
auf den regelmäßigen Kontrollen der
Stoffwechselsituation. Es ist meist die
Mutter, die ständig an alles denken
muss: An die vielen genau überlegten
Mahlzeiten. An die vier bis fünf Blutzu-
ckermessungen pro Tag. An die täglich
drei bis vier Insulininjektionen in Bauch
oder Bein. Und an das Führen eines
Diabetiker-Tagebuchs mit allen Daten.
Das fehlende Insulin muss immer
von außen durch Spritzen in das Fett-
gewebe zugeführt werden. Die Dosis
des verabreichten Insulins muss der
jeweiligen Situation angepasst sein.
Bei zu viel Insulin droht die Gefahr
eines Schocks durch Unterzuckerung
(Hypoglykämie), der zu tiefer Bewusst-
losigkeit führen kann. Bei zu wenig
Insulin sind die Blutzuckerwerte erhöht
(Hyperglykämie), was schlimmstenfalls
ebenfalls zur tiefen Bewusstlosigkeit,
zum diabetischen Koma führt. Solche
Entgleisungen des Stoffwechsels
wiederum erhöhen das Risiko der an
Diabetes erkrankten Kinder, Spätkom-
plikationen wie Netzhautablösung,
neurologische Störungen oder Nieren-
schäden zu erleiden.
Immer mehr
zuckerkranke Kinder
Unter den rund 600.000 Deutschen, die am insulinpflichtigen
Diabetes mellitus Typ 1 leiden, sind nach den aktuellen Angaben
der Stiftung Kindergesundheit etwa 21.000 bis 24.000 Kinder und
Jugendliche manche bereits im Babyalter.
Info
www.diabetikerbund.de
Das Portal der größten Selbsthilfe-
organisation von Diabetikern in der
Bundesrepublik Deutschland.
Internet-Tipps für Kids
Vorbilder für einen gesunden
Lebensstil
,,Peb und Pebber Helden pri-
vat" ist eine tägliche Sendung
für Vorschulkinder. In 15 aben-
teuerlichen Episoden zeigt unser
Heldenduo auf Super RTL, wie
viel Spaß ein gesunder Lebens-
stil mit dem richtigen Mix aus
Bewegung und ausgewogener
Ernährung macht ob beim Herum-
toben im Helden-Hauptquartier,
bei genialen Erfindungen oder
beim Austüfteln von originellen
Kochrezepten. Mehr dazu unter
www.pebundpebber.de
Cooles übers Essen
Coolfoodplanet wurde speziell für
Kinder und Jugendliche eingerich-
tet. In verständlicher Form werden
wissenschaftlich fundierte und
zuverlässige Informationen über
Lebensmittel und zu angrenzenden
Themen angeboten. Mehr unter
www.coolfoodplanet.org
21
Familie
Die Krankheit Diabetes macht die
Mutter zur Kontrollperson, die ständig
dafür sorgt, dass die Diät eingehalten,
die nötigen Tests durchgeführt, die
Spritzen gesetzt werden. Eltern stehen
vor dem täglichen Spagat, einerseits
liebevolle Erzieher, andererseits konse-
quente Therapeuten zu sein. Sie müs-
sen ihrem Kind einerseits die Freiheit
lassen, die es dringend braucht, ande-
rerseits müssen sie aber den kleinen
Diabetiker dauernd überwachen.
Lehrer und Erzieher informieren
Kinder mit Diabetes sollten wie alle
anderen in einen Kindergarten gehen
und die Schule besuchen. Größeren
Kindern ist es allerdings oft peinlich,
Diabetiker zu sein. Sie möchten nicht
auffallen und niemanden von ihrem
Diabetes wissen lassen. Das geht aber
leider nicht: Erzieher und Lehrer müs-
sen über das Problem des Kindes infor-
miert sein. Die Arbeitsgemeinschaft für
Pädiatrische Diabetologie (AGPD) hat
dazu vorzügliche Informationsbroschü-
ren aufgelegt, die ein gegenseitiges
Verständnis und die Abstimmung mit
den Betreuern unterstützen sollen.
Man findet sie im Internet unter
www.diabetes-kinder.de.
Neue Studien neue Hoffnung
Weltweit laufen derzeit mehrere
groß angelegte Studien zur Erfor-
schung des Diabetes im Kindesalter.
An der sogenannten TEDDY-Studie
z. B. können alle Kinder bis zu 3 Mo-
naten teilnehmen. Dabei wird in der
ersten Stufe das genetische Risiko für
einen Typ-1-Diabetes ermittelt. Liegen
Diabetes-Risikogene vor, folgt die
zweite Stufe mit ergänzenden eng-
maschigen Untersuchungen, sodass
ein späteres unbemerktes Auftreten
der Krankheit ausgeschlossen wer-
den kann. Werdende Mütter, die ihr
Baby im Rahmen der TEDDY-Studie
kostenlos auf sein individuelles Typ-1-
Diabetes-Risiko testen lassen möch-
ten, erhalten nähere Informationen
beim Institut für Diabetesforschung
am Klinikum rechts der Isar der
Technischen Universität München
unter der gebührenfreien Rufnummer
08 00/33 83 33 9 bzw. per E-Mail an
prevent.diabetes@lrz.uni-muenchen.de.
Altersdiabetes zunehmend auch bei Jugendlichen
Weltweit steigt die Zahl übergewichtiger oder sogar fettleibiger Kinder und
Jugendlicher. In Deutschland sind bereits 1,9 Mio. Kinder zu dick jedes
sechste im Grundschulalter und jeder zwölfte Jugendliche ab 14 Jahre. Und
da Übergewicht einer der wichtigsten Entstehungsfaktoren für den Diabetes
mellitus Typ 2 ist, betrifft dieser ,,Altersdiabetes" nun auch immer mehr Kinder
und Jugendliche.
Nach den Ursachen dieser dramatischen Entwicklung muss nicht lange
gesucht werden, sie liegen in den gegenüber früheren Generationen stark
veränderten Lebensbedingungen und -gewohnheiten begründet: Die tägliche
Energiezufuhr ist zu hoch, die Bewegung gleichzeitig stark eingeschränkt.
Was können Eltern tun, um ihrem ,,Wonneproppen" die Diagnose ,,Diabetes"
zu ersparen? Zuallererst sind sie selbst als Vorbilder gefragt: Sitzende Frei-
zeitbeschäftigungen wie Fernsehen oder Computerspiele reduzieren, dafür
täglich mindestens 30 Minuten Bewegung, möglichst an der frischen Luft. Und
dann müssen die Ernährungsgewohnheiten überprüft werden. Die Deutsche
Gesellschaft für Ernährungsmedizin empfiehlt daher:
Von klein auf sollte eine Ernährungserziehung stattfinden.
Statt Süßem oder sonstigen ungesunden Snacks sollten Rohkostteller,
also frisches Obst und Gemüse, für ,,den Hunger zwischendurch" bereit-
stehen.
Berufstätige Eltern sollten ihren Kindern wenn es irgend geht ein ge-
sundes Mittagessen bereitstellen, sodass der Gang zum Fast-Food-Laden
oder der Bäckerei erst gar nicht notwendig wird.
Kinder sollten nicht mit Süßigkeiten belohnt werden.
Unternehmungen am Wochenende sollten körperlich-aktiver Natur sein:
Radtouren, Wanderungen (mit Picknick, mit Schnitzeljagd), Schwimmen,
Ballspiele, Eislaufen oder Besuche bei Sportvereinen, die für die Kinder von
Interesse sind oder sein können.
Anschriften
Ratgeber
GESUNDHEIT erscheint viermal im Jahr im
Rahmen der gesetzlichen Verpflichtung der
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aus der Sozialversicherung.
Herausgegeben von der AGIS Verlag GmbH,
Baden-Baden, in Zusammenarbeit mit dem
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Für individuelle Seiten einzelner Betriebs-
krankenkassen und Verbände zeichnen diese
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rin), Wolfgang Jacob, Priska Sellung-Sylla
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verzeichnis gegen Erstattung des Briefportos
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tengemeinschaft.
I M P R E S S U M
22 Ratgeber
Ratgeber
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Deutscher Allergie- und
Asthmabund e. V. (DAAB)
Fliethstraße 114
41061 Mönchengladbach
Tel.: 0 21 61/81 49 40
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Beratungstelefon:
0 21 61/1 02 07
DiDo 9.3012.30 Uhr
Geschäftsstelle:
MoMi 912 und 1417 Uhr
DoFr 912 Uhr
Internet: www.daab.de
E-Mail: info@daab.de
Bundesverband Deutsche
Schmerzhilfe e. V.
Sietwende 20
21720 Grünendeich
Tel.: 0 41 42/81 04 34
Fax: 0 41 42/81 04 35
MoFr 912.30 Uhr
MoDo 14.3016.30 Uhr
Internet: www.schmerzhilfe.de
E-Mail: geschaeftsstelle@
schmerzhilfe.org
Hier finden Sie Anschriften
von Organisationen und
Selbsthilfe-Bundesverbän-
den, bei denen Betroffene
Adressen regionaler Selbsthil-
fegruppen erfragen können:
LERNEN FÖRDERN
Bundesverband zur Förde-
rung von Menschen
mit Lernbehinderung e. V.
Gerberstr. 17
70178 Stuttgart
Tel.: 07 11/6 33 84 38
Fax: 07 11/6 33 84 39
MoFr 812, Do 1317 Uhr
Internet: www.lernen-foerdern.de
E-Mail: post@lernen-foerdern.de
Selbsthilfegruppe
Schleudertrauma e. V.
Doris Rietz
Lucas-Cranach-Weg 5
71065 Sindelfingen
Tel./Fax: 0 70 31/87 50 71
MoFr 912, MiFr 1719 Uhr
Hämochromatose*-Verei-
nigung Deutschland e. V.
(HVD)
Postfach 90 31 67
51124 Köln
Tel./Fax: 07 00/48 33 86 74
(12,4 ct/min)
Internet:
www.haemochromatose.org
E-Mail:
info@haemochromatose.org
*Eisenspeicherkrankheit: meist erb-
lich bedingte Stoffwechselstörung.
Verstärkte Eisenaufnahme aus der
Nahrung und Ablagerungen des Ei-
sens in Organen und Gelenken.
Themenübergreifende Informatio-
nen zu Selbsthilfegruppen erhalten
Sie bei der Nationalen Kontakt- und
Informationsstelle zur Unterstützung
von Selbsthilfegruppen (NAKOS),
Wilmersdorfer Str. 39, 10627 Berlin,
Internet: www.nakos.de
Selfness
Nehmen Sie Ihr Leben in die
Hand
von Helmut Fuchs und Andre-
as Huber, DTV, München;
220 S., Klappenbroschur,
ISBN 3-423-24524-7; 14
Dieses Buch liefert ein
Gesamtkonzept für Men-
schen, die Beruf und
Privatleben neu gestal-
ten und ausbalancieren
wollen. Es ist vor allem
praktisch ausgerichtet, als
Arbeitsbuch zur Selbster-
fahrung, Karriere- und Le-
bensplanung und als An-
leitung u. a. zu vernetztem
Denken. Mit Fragebögen,
Übungen, Tests und einem
Humorseminar.
gesund + lecker
Das BKK Kochbuch
Vorwort von Gabriela Freitag-
Ziegler, 120 S., viele ganzseiti-
ge Farbabb., 3,80 ; zu bestel-
len beim BKK Landesverband
NRW, Rita Bosold, E-Mail:
r.bosold@bkk-nrw.de, Stich-
wort ,,BKK Kochbuch"
Praktisch und fröhlich
kommt es daher, das Buch
mit BKK-Kochmützen und
handlichem Spiralrücken.
50 ausgesuchte Rezepte
für Vor-, Haupt- und
Nachspeisen aus einem
Wettbewerb des BKK
Landesverbandes NRW,
darunter neun von den
Preisträgern. Alle wurden
nach ernährungsphysiolo-
gischen Gesichtspunkten
bewertet.
Ab heute Nichtraucher!
Dauerhaft aufhören ohne Ge-
wichtszunahme
von Paul McKenna, Mosaik bei
Goldmann; geb., 144 S., mit
CD, ISBN 978-3-442-39142-4;
16,95
Nicht mehr rauchen und
dennoch schlank bleiben
mit der Kraft der Suggesti-
on kann es jeder schaffen.
Der englische Hypnothe-
rapeut bietet ein einzig-
artiges Programm, mit
dem auch der abhängigste
Raucher in kürzester Zeit
von dem ungesunden und
teuren Laster loskommt.
Mit seinem Buch und der
Begleit-CD, basierend auf
den psychologischen Tech-
niken des NLP, kann jeder
sein Denken und Verhalten
so verändern, dass das
Verlangen nach Zigaretten
spurlos verschwindet.
Auflösung unseres Gewinn-Rätsels in
der letzten GESUNDHEIT:
FUENF AM TAG: ISS BUNT UND
GESUND
23
Gewinn-Rätsel
Kreuzworträtsel
Tragen Sie die Buchstaben der Kästchen
134 in die entsprechenden Quadrate
des Lösungsfeldes ein. Schicken Sie
dann bis zum 31.3.2008 (Einsende-
schluss) eine Postkarte, ein Fax oder ei-
ne E-Mail mit dem Lösungsspruch an:
Bertelsmann BKK
Stichwort: GESUNDHEIT
33311 Gütersloh
Fax: 0 52 41/97 26 80-37
E-Mail: gesundheit@bertelsmann-bkk.de
Unter allen Einsendern mit der richti-
gen Lösung verlosen wir:
10 x
das Buch
Und plötzlich
guckst du bis zum
lieben Gott
Die zwei Leben
des Horst Lichter
von Markus Lanz
Gestiftet vom
Gütersloher
Verlagshaus
Von ganz unten nach ganz oben: die Lebensgeschichte einer schillernden Persönlichkeit
Ein medial-geniales Original: Horst Lichter Koch, Kabarettist, Sammler, Herd-Humorist und
Gastro-Philosoph
Ein Leben voller Brüche und Krisen, geprägt von einem unglaublichen Lebenswillen
Horst Lichter im Herbst 2007 im TV und auf Tournee: ,,Kulinarisches Gelichter"
Sein Motto: Es gibt immer Alternativen. Sein Rat: Das Leben zum Genuss machen. Seit Horst Lichter regelmäßig im Fernsehen
präsent ist, zeigt seine Lebenslinie steil nach oben: Nach Kochen bei Kerner erhält er mit Lafer! Lichter! Lecker! ganzjährig
eine eigene Kochshow im ZDF zur besten Sendezeit. Doch Horst Lichter war auch schon mal ganz unten: zwei Hirnschläge,
ein Herzinfarkt, der frühe Verlust eines Kindes. Davon erzählt dieses Buch. Und davon, wie es der Lebenskünstler geschafft
hat, wieder auf die Beine zu kommen. Markus Lanz, Redaktionsleiter und Moderator der RTL-Sendung ,,Explosiv", hat sich mit
Horst Lichter in die klösterliche Abgeschiedenheit der Bergwelt Südtirols zurückgezogen, um der Lebensgeschichte und dem
ganz eigenen Lebensprinzip von Horst Lichter auf die Spur zu kommen.
5. Auflage 2007, 240 S., Format: 19,8 cm x 25,0 cm, 19,95 , ISBN 978-3-579-06459-8
Die Gewinner unseres letzten Rätsels: Dieter Meinhardt aus Unterwettenborn, Helga Pollmeier aus Gütersloh, Heinz Dürkopp
aus Rheda-Wiedenbrück, Johannes Schleiwies aus München, Kerstin Röll aus Wilhelmsdorf, Reinhild Reers aus Gütersloh, Insa
Kratz aus Schortens, Stefan Schneider aus Frankfurt, Elke Reiter aus Leipzig und Joachim Winter aus Oelde.
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